Startseite – Aktuelle Konzerte

Wir bedanken uns bei unseren Förderern:

sowie Frau Ursula Krause

Jubelgesang und Meditation

Der durch erfolgreiche Konzerte wie Bachs „Matthäuspassion“ und Händels „Messiah“ bekannte Ama-Deus-Chor Witten, Mitglieder des Barockensembles Ama-Deus und namhafte Solisten führen am Totensonntag, 24.11.2019, Vivaldis „Gloria“ (RV 589), Händels „Dixit Dominus“ (HWV 232) und Arvo Pärts „Stabat Mater“ auf. Die drei Werke bilden einen starken Spannungsbogen: Ein Bogen-Ende ist der jubelnde Lobpreis Gottes und seiner furchteinflößenden Herrschaft, das andere ist inniges Beten und Meditation, u.a. beim Betrachten des Sterbens Christi durch die Augen seiner Mutter.

Das „Gloria“ ist das bekannteste geistliche Werk des u.a. für „Die vier Jahreszeiten“ berühmten Barockkomponisten Vivaldi. Entstanden ist es wahrscheinlich für das hochangesehene Frauen-Orchester des Waisenhauses „Ospedale della Pietà“ in Venedig, das Vivaldi ausbildete und leitete. Der Text des „Gloria“, des Lobpreis Gottes, verteilt sich auf 12 Sätze mit unterschiedlicher Besetzung: Chor und/oder Solistinnen und Orchester. Die Musik der 12 Sätze gleicht einer kurzen, sehr abwechslungsreichen Rundreise: In nur 30 Minuten führt Vivaldi den Zuhörer von schwungvoll-festlichem Jubel über traurig-inniges Flehen um Frieden bzw. um Erbarmen und beschwingte Tanzmusik beim Lobpreis Gottes, des Vaters und des Sohnes, zurück zum feierlichen Jubel der letzten beiden Sätze („Denn Du allein bist der Heilige… mit dem Heiligen Geist…“).

Händel vertonte „Dixit Dominus“ (Psalm 110) mit nur 22 Jahren im Rahmen eines mehrjährigen Aufenthalts in Italien. Der Psalm handelt vor allem von Gott, dem Krieger, der seinem Sohn zur Seite steht und beim Jüngsten Gericht „Könige zerbrechen“ und „Häupter zerschmettern“ wird. Händels Vertonung ist hochdramatisch und musikalisch außerordentlich einfalls- und abwechslungsreich. So untermalt er das „Zerschmettern der Häupter“ sehr wirkungsvoll durch Stakkato-Wiederholungen eines Tones oder eines Dreiklangs in den verschiedenen Chor-Stimmen. Oft ist das Tempo atemberaubend hoch. Aber auch langsame, liebliche Passagen kommen vor. Händel verlangt insbesondere dem Chor technische Höchstleistungen ab, auch weil er ihn wie ein Instrument in einem italienischen Concerto grosso einsetzt. „Dixit Dominus“ ist eine brilliante Tour de force und Ausdruck des berechtigten großen Selbstwertgefühls des jungen Komponisten Händel.

Als einziger zeitgenössischer Komponist in diesem Programm hat Arvo Pärt (geb. 1935 in Estland) „Stabat Mater“, das Leiden der Muttergottes unter dem Kreuz, im „Tintinnabuli“-Stil vertont, den er erfunden hat und für den er berühmt ist. „Tintinnabuli“ leitet sich vom lateinischen Wort für „Glöckchen“ ab: Die Töne eines Dreiklangs sind laut Pärt wie Glocken. Zu einer freien Melodie komme nach bestimmten Regeln eine andere Stimme hinzu, die nur aus Dreiklangstönen bestehe. Die 2. Stimme sei wie ein Schutzengel, der Dich begleite, fast unsichtbar, aber immer da (Arvo Pärt on his tintinnabuli music, youtube 2014). Die oft sehr einfache Melodie in Kombination mit den wiederkehrenden Dreiklängen lassen die Musik wie eine Meditation wirken.

„DIE SCHÖPFUNG“ von J. HAYDN

5. Juni 2020, 11:00 Uhr, Saalbau Witten: „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn; eine szenisch-musikalische Collage als Einführung in das Werk für Kinder mit Chor, Orchester und Solisten, Dauer ca. 1 Std. Eingeladen sind Schüler*innen aus Witten und Umgebung. Mitwirkende: Ama-Deus-Chor Witten, Orchesterensemble AmaDeus, Gabriel: Clara Thomsen, Uriel: Carl Rahmqvist, Raphael: Johann Dornwald, musikalische Leitung: Susanna Dornwald

6. und 7. Juni 2020, 18:00 Uhr, Erlöserkirche, Westfeldstraße 81, 58453 Witten „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn, mitwirkende s. o.

 

Herzlich willkommen!

Echt Witten… seit 2003

Der Ama-Deus-Chor besteht bereits seit 2003! Die Opern- und Konzertsängerin Susanna Andersson-Dornwald rief ihn zusammen mit einigen Schülereltern der Rudolf-Steiner-Schule ins Leben. Mittlerweile zählt der Chor rund fünfzig Mitglieder – Frauen und Männer mit vielen Berufen und jeden Alters aus Witten und Umgebung. Von allem Anfang an war es ein großes Anliegen, Kinder und Jugendliche in die Chorgemeinschaft zu integrieren. Junge Menschen nehmen so aktiv am kulturellen und sozialen Leben teil. Sie schulen neben ihren musikalischen Fähigkeiten ihre Willenskräfte und sozialen Kompetenzen, indem sie sich mit Ausdauer etwas Übergeordnetem zur Verfügung stellen. Zudem erleben sie das gemeinsame Bestreben von Berufsmusikern, namhaften Solisten und dem gesamten Chor nach qualitativ hochstehenden Aufführungen großer Werke.

Große Werke der Chorliteratur

Jedes Jahr bringt der Ama-Deus-Chor große Werke der Chorliteratur zu Gehör – immer wieder auch unter Beteiligung des Kinderchores „Ruhrpottspatzen“: von Orffs „Carmina Burana“ über Händels „Messias“ bis zur Uraufführung des modernen Werkes „Orpheus im Schacht“ aus der Feder des Bochumers Martin Tobiassen. Eine Übersicht über vergangene Konzerte finden Sie hier.

Stimmpflege und namhafte Solisten

Susanna Andersson-Dornwald legt großen Wert auf die natürliche und schonende Stimmentfaltung – denn: „Jeder Mensch soll sein sängerisches Potential entwickeln können“, so die ausgebildete Chorleiterin. Insbesondere macht es uns Freude, für unsere Aufführungen namhafte Solisten aus dem In- und Ausland gewinnen zu können!

 

Zur Aufführung der Matthäus-Passion im Reformationsjahr

Rezension WAZ vom 17.04.2017: „Chöre besingen in Annen das Leid Christi“

Plakat zur Matthäus-Passion des Ama-Deus-ChoresDer Wittener Ama-Deus-Chor bringt an zwei Abenden in der Karwoche 2017 die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach, BWV 244, unter der musikalischen Leitung von Susanna Andersson-Dornwald in Witten und Dortmund zur Aufführung. Mit über 150 Minuten Aufführungsdauer und einer Besetzung von Solisten, achtstimmigem Chor und zwei Orchestern ist die Matthäus-Passion Bachs umfangreichstes Werk. Es stellt zweifellos einen Höhepunkt protestantischer Kirchenmusik dar.

„DAS Kernstück der christlichen Religion“

„Für mich ist die Matthäus-Passion DAS Kernstück der christlichen Religion“, sagt Susanna Andersson-Dornwald, die seit 15 Jahren dem ambitionierten Laienchor vorsteht. „Es gibt sonst kein Werk, das das Geschehen zu Golgatha so eindringlich schildert“. Die Idee, mit dem Ama-Deus-Chor die Matthäus-Passion zu erarbeiten, kam der Chorleiterin bereits vor einigen Jahren. 2010 hatte sie den Solisten Martin Vanberg auf einem Opernfestival in Schweden gehört. „Ich dachte gleich: ‚Er muss den Evangelisten machen‘“, so die gebürtige Schwedin Andersson-Dornwald.

Skandinavische Impulse für eine machbare Aufführung

Aus dem Norden Europas stammen auch wichtige Impulse zu einer machbaren, zeitgemäßen Darbietung des Stückes. „In Skandinavien wird seit einigen Jahren die Barockmusik neu ergriffen“, sagt Susanna Andersson-Dornwald. „Sie wird gleichermaßen entschlackt zur Aufführung gebracht und orientiert sich dabei eher an den Ursprüngen.“ Die Uraufführung der Matthäus-Passion bestritt Bach im Jahr 1727 mit nur 14 Sängern. Es zeigt sich auch heute, dass keine Mammut-Orchester nötig sind – ein deutlicher Unterschied zur deutschen romantischen Tradition, wie sie Felix Mendelssohn-Bartholdy mit seiner Wiederentdeckung des Werkes hundert Jahre nach Bach prägte. Dabei hat Susanna Andersson-Dornwald aber auch die Ursprünge barocker Musik im Hinterkopf, die in feierlicher Tanzmusik liegen: „Wenn ich von historischer Aufführung spreche, dann meine ich eine sparsamere Besetzung und die Stimmung auf 415 Hertz – und nicht, dass die Aufführung todlangweilig ist!“

Programmheft zum Download (pdf, 14MB)